Wasserstoffversorgung im Märkischen Kreis

Veranstaltung für potenzielle Großverbraucher aus der Industrie

Gerade die energieintensiven Branchen im Märkischen Kreis (Walzwerke, Schmieden, Gießereien, Drahtzieherein und andere) stehen unter einem hohen Dekarbonisierungsdruck. Nicht alle Prozesse lassen sich elektrifizieren und nicht überall würde das Stromnetz die benötigten Mengen an elektrischer Energie hergeben. Was also können wir tun, um den Industriestandort MK zu sichern?

Wasserstoff könnte die Lösung sein, aber das Kernnetz lässt die vielen Betriebe an der Lenne und ihren Zuflüssen buchstäblich links liegen. Außerdem gibt es viele offene Fragen bezüglich der technologischen Umstellung der Prozesse. Über diese Themen möchten wir mit Ihnen ins Gespräch kommen, Wir laden Sie darum herzlich nach Iserlohn ein:

Ablauf:

14:30 Begrüßung durch den Landrat des Märkischen Kreises Marco Voge

14:45 Lagebericht aus der Industrie: Jörg Lohölter, Geschäftsführender Gesellschafter,

Risse + Wilke Kaltband GmbH & Co. KG Iserlohn

15:00  Dekarbonisierung und die Rolle von Wasserstoff: Florian Lindner und Moritz Voormann, Westenergie

15:45  Potenzielle Wasserstoffanwendungen: Dr. Alexander Banger und Tom Schulte, EON

16:15 Kommunikative Kaffepause mit Thementischen

16:45  H2-Aktivitäten der Enervie Vernetzt: Jürgen Peiler, Geschäftsführer, ENERVIE Vernetzt GmbH

17:00 Herausforderungen für Versorger: Reiner Timmreck, Geschäftsführer, Stadtwerke Iserlohn

17:15  Wasserstoffprojekte in der Praxis und Versorgung für die Region: Dr. Friedhelm Härter, Westnetz

17:45  Zusammenfassung und Ausblick H2 Cluster MK: Sonja Pfaff, GWS MK

anschließend Snacks und Netzwerken

Die Veranstaltung richtet sich ausschließlich an produzierende Unternehmen aus dem Märkischen Kreis und angrenzenden Kommunen. Zielgruppe sind Industriebetriebe, die ihre Prozesswärme aktuell überwiegend mit Erdgas erzeugen. Wir wünschen uns einen vertrauensvollen Austausch und das Anbahnen möglicher Kooperationen bei der Versorgung mit grünem Wasserstoff. Darum behalten wir uns vor, alle Anmeldungen hinsichtlich dieser Ziele zu überprüfen.


4. Wasserstoff-Summit

Der Wasserstoff-Summit ist eine Netzwerkveranstaltung für Entscheider aus den Bereichen Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung und Politik. Nach der sehr erfolgreichen Veranstaltung im letzten November in Hagen möchten wir Ihnen auch in diesem Jahr wieder aktuelle Fachinformationen vermitteln und die Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch mit zahlreichen Experten und Unternehmensvertretern geben.

3. Wasserstoff-Summit im November 2023 in Hagen

Die Mitglieder der Wasserstoff-Brücke laden Sie zum Wasserstoff-Summit 2024 im Haus Ennepetal, Gasstr. 10, 58256 Ennepetal ganz herzlich ein.

Sie können sich bereits jetzt anmelden, auch wenn wir noch an der Agenda arbeiten. Das Programm wird Ihnen dann automatisch zugemailt.

Moderation: Jessica Westen, ntv

Mitwirkende (wird fortlaufend ergänzt):

Dr. Lars Peter Thiesen Opel/Stellantis
Philipp Rellermeier AVL Schrick 
Nils Grützmacher Mint Hydrogen Germany GmbH
Ulrich Misz ZBT Duisburg
Gesine Rütz Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen
Michael Bösebeck C.D. Wälzholz GmbH & Co. KG

Innovative Perspektiven für die Zukunftstechnologie Wasserstoff

Beim dritten Wasserstoff-Summit ging es um die Erzeugung von H2 sowie verschiedene Einsatzmöglichkeiten in Industrie und Mobilität. Über 100 Teilnehmende kamen nach Hagen.

„Die Energie von morgen ist Wasser, das durch elektrischen Strom zerlegt worden ist.“ Das schrieb Jules Verne in seinem Abenteuerroman „Geheimnisvolle Insel“ – und bereits im Jahr 1875. Was als visionäre Idee begann, wird heute in der Praxis umgesetzt. Beim dritten Wasserstoff-Summit in der Stadthalle Hagen wurden Innovationspotenziale und Anwendungen von hochkarätigen Rednern aus Wirtschaft, Wissenschaft und innovativen Start-ups vorgestellt, alles organisiert vom Netzwerk Wasserstoff-Brücke.

Einen Mix aus Wissenschaft und Praxis brachte der erste von vier Themenblöcke. Dabei referierte Prof. Dr. Peter Britz, Präsident der Hochschule Weserbergland, über „Wasserstoff als Baustein in der Kreislaufwirtschaft“. Dr. Birgitt Bendiek, Geschäftsführerin der ZinQ GmbH, ein Dienstleister für stückverzinkte Oberflächen auf Stahl, berichtete über „H2-Anwendungen im energieintensiven Mittelstand“. Durch die anschließende Panel-Diskussion zur „Bedeutung von Wasserstoff für unseren Standort“ führte Moderatorin Jessika Westen (ntv, WDR). Wichtigste Botschaft von Britz: „Wir brauchen den Wasserstoff günstig und dürfen uns nicht wieder abhängen lassen.“ Dem schloss sich Christoph Brünger (SIHK Hagen) mit einem Appell an: „Geben Sie bei Umfragen des Netzentwicklungsplans an, wie hoch ungefähr der Wasserstoffbedarf sein wird, ansonsten bleibt unsere Region ein weißer Fleck auf der Wasserstoff-Karte.“

Im Themenblock „H2 in der Industrie“ gab zunächst Prof. Dr. Görge Deerberg (FernUniversität Hagen/Fraunhofer-Institut) einen wissenschaftlichen Einblick für „Wasserstoff im Mittelstand“. Dabei sieht er die Chemie- und Stahlindustrie als erste und wichtigste Anwendungsgebiete an. Danach stellten sich die vier Start-ups H2KNOW, NextHeat, PMR-tech und HY.Air kurz mit ihren innovativen Produkten vor.

Einsatz von Wasserstoff in der Region

Bei Brockhaus Hydrogen in Plettenberg wird Wasserstoff bereits gelebt. Wie das funktioniert, stellte Business Development Manager Dr. Harald Bock zu Beginn des dritten Themenblocks „H2 in der Region“ vor. Das Familienunternehmen kommt aus der energieintensiven Stahlherstellung und hat sich mit dem Start-up WEW aus Dortmund zusammengetan und einen Elektrolyseur entwickelt. „Wir haben zurzeit Elektrolyseure tatsächlich verfügbar. Das ist ein Alleinstellungsmerkmal. Das kann jeder bestätigen, der gerade versucht Angebote einzuholen“, sagte Bock. Er sprach weiter über die verschiedensten Vorteile des Einsatzes der H2-Technologie und über die Zusammenarbeit zwischen einem traditionellen mittelständischen Unternehmen und einem modernen Start-up.

Anschließend informierte Frank Hockelmann (Klimaschutzmanager Kreis Soest) über die Ergebnisse und Weiterentwicklung des HyStarter Projektes im Kreis Soest. Daraus ist das Modellprojekt „Klimaneutrale Zementregion Erwitte und Geseke“ entstanden. Einen Schritt weiter sind bereits die HyExperts in Hagen. Dort gab Nicolas Beneke Einblicke in den aktuellen Stand des integrierten Wasserstoffkonzepts: „Hagen wird Wasserstoff-Nachfrageregion und braucht 2030 voraussichtlich 80.000 Tonnen Wasserstoff pro Jahr. Im Vergleich benötigt ein H2-LKW zwischen fünf und zehn Tonnen pro Jahr.“ Über das konkrete Projekt „H2HoWi“ referierte Dieter Ewering (Westnetz GmbH). In der Gemeinde Holzwickede (HoWi) fließt erstmals 100 Prozent grüner Wasserstoff durch eine Leitung der öffentlichen Erdgasversorgung. Der Verteilnetzbetreiber hat dazu einen Teil des Erdgasnetzes für den Transport von H2 umgestellt. Drei Unternehmen erzeugen in dem deutschlandweit einmaligen Leuchtturmprojekt außerdem einen Teil der benötigten Wärme.

Wo es möglich war, hat die Schmidt-Kranz Unternehmensgruppe bereits auf Produkte für Wasserstoff umgestellt. Der Technologieführer im Bereich der Hochdrucktechnik hat sich 2022 mit der Gründung der Maximator VETEQ in Iserlohn auf die Entwicklung, Herstellung und Montage hochkomplexer Prüfanlagen für Wasserstoffbehälter aus Kohlefaser und Wasserstoffspeichersysteme im Automobilbereich konzentriert. Geschäftsführer Robin Trompetter schilderte den Stand der Technik in diesem Bereich: „Wir sehen Speicherbehälter als eine Schlüsselkomponente in der Mobilität und arbeiten daran, dass Wasserstoff hier sicher eingesetzt werden kann.“

Einsatz von Wasserstoff in der Mobilität

Weiter ging es mit „H2 in der Mobilität“ im letzten Themenblock. Über den „Weg zum Einsatz von Wasserstoff-LKWs in der eigenen Logistik“ erzählte Otto Uhlhorn (H2 Green Power & Logistics GmbH). Beim finalen Panel „Wasserstoffmobilität“ mit Uhlhorn, Hans-Martin Diederichs (Orosol Mineralölvertrieb GmbH), Johannes Einig (AHE GmbH) und Thorsten Coß (AVU Serviceplus GmbH) war die Quintessenz: „Für Nutzfahrzeuge ist Wasserstoff definitiv ein Thema und wird sich durchsetzen. Im Pkw-Bereich bleibt der Trend weiterhin das E-Auto.“

Nach insgesamt 18 qualitativ hochwertigen Beiträgen nahmen die über 100 Teilnehmenden wertvolle Informationen und Anregungen mit. „Das Feedback war überwältigend. Besonders beeindruckt hat mich das große Interesse der Gäste an wirklich allen Themen, die wir angeboten haben“, zog Sonja Pfaff, Wasserstoff-Expertin bei der GWS, ein Fazit und fügte an: „Es ist inzwischen eine deutliche Aufbruchstimmung zu spüren. Der Funke springt langsam über und immer mehr erkennen die Wichtigkeit des Themas.“

Daher soll es auch im kommenden Jahr einen vierten Wasserstoff-Summit geben, der dann wieder von der Wasserstoff-Brücke organisiert wird.

Bilder (Katrin Wolff)


Save the Date: Veranstaltung für potenzielle Wasserstoff-Großverbraucher im Märkischen Kreis

Gerade die energieintensiven Branchen im Märkischen Kreis (Walzwerke, Schmieden, Gießereien, Drahtzieherein und andere) stehen unter einem hohen Dekarbonisierungsdruck. Nicht alle Prozesse lassen sich elektrifizieren und nicht überall würde das Stromnetz die benötigten Mengen an elektrischer Energie hergeben. Was also können wir tun, um den Industriestandort MK zu sichern?

Wasserstoff könnte die Lösung sein, aber das Kernnetz lässt die vielen Betriebe an der Lenne und ihren Zuflüssen buchstäblich links liegen. Außerdem gibt es viele offene Fragen bezüglich der technologischen Umstellung der Prozesse.

Am 18.1. laden wir darum Betriebe, die aktuell vor genau diesen Herausforderungen stehen, nach Meinerzhagen ein.

Mehr dazu demnächst hier!